Sicherheit neu denken

Kann eine gewaltfreie, zivile Sicherheitspolitik wirksam sein?

 


Seit eh und je sind wir gewohnt, Landesverteidigung ebenso wie die Beilegung internationaler Konflikte als Sache des Militärs zu betrachten. Diplomatische Schritte sind vergleichsweise zaghaft und dringen auch wenig an die Öffentlichkeit. Für sie wird nur ein winziger Bruchteil der Gelder aufgewandt, die in Rüstung etc. fließen.

Nun fordern seit langem Kriege viel mehr Zivilopfer und die militärische Entwicklung ist schwindelerregend. Gleichzeitig stellen wissenschaftliche Studien fest: Gewaltprävention, Vermittlung, Verhandlung und ziviler Widerstand sind unglaublich effektiv und haben dies seit Jahrhunderten bewiesen. Deshalb legte eine Gruppe von Spezialisten auf Initiative der Badischen Landeskirche ein Konzept vor, das in drei Szenarios vorstellt, wie es in den nächsten 20 Jahren mit unserer Sicherheitspolitik weitergehen könnte: Wenn wir so weiter machen wie bisher, wenn wir im Rahmen der Möglichkeiten abrüsten, wenn wir uns ganz auf zivile Sicherheitspolitik verlegen. Das letztere scheint utopisch! Ist es das?


Irmgard Scheitler, Professorin i.R. im Fach Neuere Deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Würzburg, ist seit 1981 Mitglied und seit vielen Jahren eine von zwei Vorsitzenden von pax christi im Bistum Eichstätt.


Foto: R. Schmidt, Eichstätt